Sport in Zeiten von Krisen?
Sport, Stimme, Haltung – ein Wochenende zwischen Podcast und 10-Kilometer-Lauf
Manchmal verdichten sich Themen, die einen schon lange beschäftigen, in einem einzigen Wochenende. So ging es mir in den letzten Tagen. Zwei Ereignisse – eine Podcastaufnahme und ein Lauf – haben mir wieder einmal gezeigt, welche Rolle Sport für uns persönlich und für unsere Gesellschaft spielen kann.
Eine Stimme des deutschen Sports zu Gast
Am Freitag haben Christian Schmidt und ich eine neue Folge unseres Podcasts „Tempolauf & Torte“ aufgezeichnet. Unser Gast war Tom Bartels – Sportmoderator, Kommentator und eine der ikonischen Stimmen des deutschen Sports.
Viele kennen ihn von großen Fußballturnieren oder internationalen Sportereignissen. Was mich an diesem Gespräch besonders beeindruckt hat, war nicht nur seine Kompetenz, sondern auch seine angenehme, ruhige Art. Tom Bartels ist jemand, der den Sport nicht nur beschreibt, sondern ihn wirklich versteht.
Natürlich ging es auch ums Laufen – schließlich ist unser Podcast aus der Idee entstanden, sportliche Leidenschaft mit persönlichen Geschichten zu verbinden. Aber das Gespräch ging schnell darüber hinaus.
Wir sprachen über Leidenschaft, Disziplin und die besondere Kraft des Sports, Menschen miteinander zu verbinden.
Sport ist eben nicht nur Bewegung. Sport ist auch ein gesellschaftlicher Raum. Ein Ort, an dem Menschen aus unterschiedlichsten Lebenswelten zusammenkommen – im Stadion, auf der Laufstrecke oder vor dem Fernseher. Für viele ist Sport ein Stück Orientierung, manchmal sogar ein Stück Hoffnung.
Gerade in Zeiten, in denen vieles kompliziert erscheint, wird das besonders sichtbar.
10 Kilometer rund ums Bayerkreuz
Der Sonntag gehörte dann wieder ganz praktisch dem Sport.
10 Kilometer rund ums Bayerkreuz.
Ein traditionsreicher Lauf, schöne Strecke, gutes Wetter – und eine Atmosphäre, die man als Läufer einfach liebt.
Für mich persönlich war es ein besonders schöner Tag, denn es gab eine neue Altersbestzeit: 39:34 Minuten.
Darüber habe ich mich wirklich gefreut. Nicht, weil Zeiten alles sind. Aber weil sie zeigen, dass sich Kontinuität, Training und ein bisschen Ehrgeiz lohnen können.
Und ganz ehrlich: Eine Zeit unter 40 Minuten mit Anfang 60 fühlt sich einfach gut an.
Sport als persönlicher Kompass
Wenn man läuft, wird vieles klarer. Das ist zumindest meine Erfahrung.
Beim Laufen geht es nicht um Schlagzeilen oder Diskussionen. Es geht um Rhythmus, Atmung, Konzentration. Um den nächsten Kilometer.
Vielleicht liegt genau darin eine besondere Qualität des Sports:
Er bringt uns zurück zu etwas sehr Grundlegendem.
Bewegung. Fokus. Energie.
Über Krisen sprechen – oder über Möglichkeiten?
Natürlich bekomme auch ich sehr genau mit, was gerade in der Welt und in Deutschland passiert. Politik, gesellschaftliche Spannungen, wirtschaftliche Fragen – all das betrifft uns alle.
Trotzdem halte ich mich mit meinen persönlichen Meinungen dazu häufig bewusst etwas zurück.
Nicht aus Gleichgültigkeit. Sondern aus Überzeugung.
Ich glaube nämlich, dass es nicht immer die Aufgabe eines Künstlers, Moderators oder Keynote-Speakers ist, anderen zu sagen, was sie tun sollen.
Meine Rolle sehe ich eher darin,
- Impulse zu geben,
- Beispiele vorzuleben,
- und Denkräume zu öffnen.
Gerade auf der Bühne geht es weniger um fertige Antworten – sondern oft mehr um gute Fragen.
Warum ich so oft über Leistung, Kreativität und Leidenschaft spreche
Vielleicht ist das auch der Grund, warum sich viele meiner Vorträge und Gespräche immer wieder um ähnliche Themen drehen:
- Leistung
- Kreativität
- Leidenschaft
- Disziplin
- Humor
Das sind keine großen politischen Programme. Aber es sind Kräfte, die Menschen bewegen können.
Und manchmal reicht tatsächlich ein kleiner Impuls, damit jemand eine neue Idee bekommt, etwas ausprobiert oder einen anderen Blick auf die Dinge entwickelt.
So wie beim Laufen.
Man beginnt mit einem Schritt.
Dann kommt der nächste.
Und irgendwann merkt man:
Da geht mehr, als man gedacht hat.
Ein Wochenende, zwei Erinnerungen
Wenn ich auf dieses Wochenende zurückblicke, bleiben zwei Bilder:
Ein inspirierendes Gespräch mit Tom Bartels über die Kraft des Sports.
Und eine Laufzeit von 39:34 Minuten rund ums Bayerkreuz.
Beides erinnert mich daran, warum Sport für mich mehr ist als Training.
Sport ist Bewegung im Kopf und im Körper.
Und manchmal ist genau das der beste Anfang für neue Ideen.
In diesem Sinne: bleibt dran.